<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="no"?><rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0"><channel><atom:link href="https://www.auswaertiges-amt.de/static/appdata/includes/rss/Presse-RSS-Feed.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><title>Pressemitteilungen und Reden</title><link>https://www.auswaertiges-amt.de/de</link><description>Pressemitteilungen und Reden</description><language>de</language><copyright/><item><title>Außenminister Wadephul zu russischer Urheberschaft bei Anschlagsversuch in Leipzig bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenminister Dobrindt</title><link>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2800598-2800598</link><description><![CDATA[<div>
 <p><strong>Außenminister Wadephul sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenminister Dobrindt am 1. September 2026:</strong></p>
 <blockquote>
  <p><span>Das beschriebene gefährliche Verhalten der russischen Föderation fügt sich in eine lange Reihe von Versuchen der Destabilisierung, der Desinformation, der Drohungen, der Sabotage und der Aggression gegenüber Europa. Deutschland bildet leider keine Ausnahme. Russlands Führung tritt unserem Land mit offener Feindseligkeit entgegen. Ich möchte betonen: Dieser Zustand unserer Beziehungen liegt nicht im Interesse der Bundesregierung.</span></p>
  <p><span>Wir bedauern ihn ausdrücklich. Wir haben seit Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen die Ukraine immer wieder unterstrichen, dass es unser Ziel ist, zu einem Ende des Krieges, zu einer Wiederherstellung der Friedensordnung in Europa und zu einer Rückkehr zu einem konstruktiven Verhältnis zu gelangen. Dies setzt allerdings ein Mindestmaß an Bereitschaft von russischer Seite voraus. Wir müssen feststellen, Russland zeigt keine Bereitschaft zum Ausgleich.</span></p>
  <p><span>Im Gegenteil: Mit dem Anschlagsversuch in Leipzig hat die russische Führung sich vielmehr bewusst entschlossen, unser bereits massiv belastetes bilaterales Verhältnis nochmals erheblich zu beschädigen. Deswegen gilt die Linie der Bundesregierung, die der Bundesinnenminister gerade angesprochen hat. Deutschland bleibt sicher und Deutschland wehrt sich gegen Gegner, die Unsicherheit stiften wollen. Die Bundesregierung geht deshalb gegen Russland als Urheber des hybriden Angriffs von Leipzig vor.</span></p>
  <p><span>Sie erschwert so, weitere hybride Maßnahmen in Deutschland und Europa durchzuführen. Deutschland hat starke Partner. Die Bundesregierung stimmt sich eng mit den Partnern in der NATO und der Europäischen Union ab. Sie hat deren Unterstützung und unterstützt sie ihrerseits. Deutschland hält sicherheitspolitisch Kurs. Die Bundesregierung setzt die Unterstützung der Ukraine und die Stärkung der deutschen Verteidigungsfähigkeit entschlossen fort. Hybride Angriffe, wie der von Leipzig, zeigen, dass das notwendig ist.</span></p>
  <p><span>Neben der Stärkung unserer Sicherheit setzt die Bundesregierung Maßnahmen gegen Russland in Kraft. Folgende Maßnahmen habe ich in Absprache mit dem Bundeskanzler angeordnet: Das russische Generalkonsulat in Bonn wird zum 18. September geschlossen. Der Vertrag über das russische Haus in Berlin wird gekündigt. Wir werden in der Europäischen Union neue Listungen von Personen aus Russland im Kontext hybrider Angriffe vorschlagen. Wir verschärfen die Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige.</span></p>
  <p><span>Wir erhöhen den Druck auf die russische Schattenflotte. Die Bundesregierung setzt sich zudem weiter für Geschlossenheit in der NATO und der Europäischen Union ein. Sie unterrichtet ihre Partner und hat sich ihrer Solidarität versichert. Und der Kurs der Bundesregierung bleibt auch in der Sicherheitspolitik klar. Sie setzt ihre zivile und militärische Unterstützung der Ukraine fort. Zudem wird sie weitere Maßnahmen im nachrichtendienstlichen Bereich ergreifen.</span></p>
  <p><span>Ebenso setzt die Bundesregierung ihre Anstrengungen in der NATO fort, die eigene Verteidigungsfähigkeit zu stärken und Russland wirkungsvoll abzuschrecken. Die Bundesregierung teilt dies Russland in angemessener Form mit. Ich habe daher angeordnet, den russischen Botschafter einzubestellen. Diese Einbestellung findet zur Stunde statt.&nbsp;</span></p>
  <p><span>Meine Damen und Herren, unsere Botschaft an Russlands Führung ist klar: Wir halten entschlossen Kurs in unserem sicherheitspolitischen Handeln. Der Angriff von Leipzig zeigt, wie dringend das notwendig ist.</span></p>
  <p><span>Wir werden uns durch Russlands Angriffe nicht in unserem gesellschaftlichen Zusammenhalt spalten oder einschüchtern lassen. Wir bleiben bereit, gemeinsam mit unseren starken Partnern entschlossen zu reagieren, wenn der Schutz der Bevölkerung und unserer Partner dies erfordert. Und wir werden unsere Solidarität mit der Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russlands Aggressionskampf entschlossen fortführen.&nbsp;</span></p>
  <p><span>Vielen Dank.</span></p>
 </blockquote>
</div>]]></description><pubDate>Tue, 01 Sep 2026 22:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2800598-2800598</guid></item><item><title>Außenminister Wadephul vor seiner Abreise nach Tunesien und Algerien</title><link>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2800008-2800008</link><description><![CDATA[<div>
 <p><strong>Vor seiner Abreise nach Tunesien und Algerien erklärte Außenminister Wadephul heute (31.08.2026):&nbsp;</strong></p>
 <blockquote>
  <p>Angesichts globaler Umbrüche und Instabilität ist es für Deutschland und Europa entscheidend, gerade mit unseren geografischen Nachbarn in Nordafrika noch enger zusammenarbeiten. Mit Algerien und Tunesien teilen wir das Ziel, die Sahel-Region nachhaltig zu stabilisieren. Auch eine Beruhigung der Lage im Nahen Osten, insbesondere rund um die Seewege der arabischen Halbinsel, ist für unsere Versorgung und Sicherheit von größter Bedeutung.</p>
  <p>Gemeinsam werden wir deshalb die Chancen engerer Zusammenarbeit nutzen: Seit Regierungsantritt haben wir den Austausch zwischen unseren Ländern intensiviert – erst kürzlich durfte ich meinen tunesischen Kollegen Mohamed Nafti und meinen algerischen Kollegen Ahmed Attaf in Berlin begrüßen. An diesen engen Austausch werde ich mit meinem Besuch nun anknüpfen. Denn: Mit Tunesien und Algerien teilen wir zentrale wirtschaftliche und sicherheitspolitische Anliegen. Gerade bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, wie etwa bei der Energiezusammenarbeit, können wir uns gegenseitig sehr viel anbieten, um gemeinsam mehr Wachstum und Wohlstand zu schaffen. Gemeinsam können wir das Mittelmeer zu einem Raum der Stärke zwischen unseren Kontinenten machen.</p>
  <p>Mit Tunesien feiern wir in diesem Jahr den 70. Jahrestag unserer diplomatischen Beziehungen. Unsere Staaten sind in diesen Jahrzehnten immer weiter zusammengewachsen: Deutschland ist für Tunesien der drittwichtigste Exportmarkt, für unsere Industrie – vor allem die Autoindustrie – sind widerstandsfähige Lieferbeziehungen zu Tunesien heute zentral. Auch der wissenschaftliche und berufliche Austausch zwischen unseren Staaten floriert: Rund 7500 junge Tunesierinnen und Tunesier studieren an deutschen Hochschulen, während tunesische Fachkräfte einen wertvollen Beitrag in unserem Gesundheitssystem leisten.</p>
  <p>Algerien ist für Deutschland ein strategischer Partner in der Energie- und auch in der Sicherheitspolitik. Algerien ist bereits heute einer der wichtigsten Gaslieferanten für die Europäische Union, als zukünftiger Lieferant mit riesigem Potenzial für die Produktion von grünem Wasserstoff wird Algeriens Bedeutung noch einmal zunehmen. Deshalb haben wir erst im Juli vereinbart, unsere Partnerschaft für die Energieversorgung und die Transformation des Energiesektors noch einmal deutlich zu vertiefen und neue Wege der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu beschreiten. Deshalb habe ich auch Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Wirtschaft zur Begleitung der Reise und für Wirtschaftsgespräche nach Tunesien und Algerien eingeladen.
   <br>
   &nbsp;</p>
 </blockquote>
</div>]]></description><pubDate>Mon, 31 Aug 2026 07:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2800008-2800008</guid></item><item><title>Rede von Außenminister Johann Wadephul beim Internationalen Veteranenforum in Kyjiw</title><link>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2799310-2799310</link><description><![CDATA[<div>
 <p>Für Soldaten und Diplomaten haben Flaggen eine ganz besondere Bedeutung: Sie stehen für unsere Werte und symbolisieren diejenigen, in deren Dienst wir stehen.</p>
 <p>An den meisten Orten, die ich besuche, steht in der Regel eine deutsche und natürlich eine europäische Flagge. Diese Flaggen werden oft schnell von Assistenten, Protokollreferenten und lokalen Beamten aufgestellt und kurz darauf wieder abgehängt.</p>
 <p>Es gibt jedoch eine Flagge, die ich selbst aufgehängt und seitdem nicht wieder abgenommen habe!</p>
 <p>Sie hängt in meinem Büro, direkt gegenüber von meinem Schreibtisch.&nbsp;</p>
 <p>Diese Flagge ist Ihre – die Flagge der Ukraine.&nbsp;</p>
 <p>Genauer gesagt: Es ist die Flagge des Ersten Separaten Sturmregiments.&nbsp;</p>
 <p>Ihre Kameraden haben sie mir vor ein paar Monaten gegeben. Diese Kommandeure kamen direkt von der Front, an der sie seit über vier Jahren kämpfen, nach Berlin und kehrten unmittelbar nach ihrem Deutschland-Besuch zu ihrer Einheit zurück.&nbsp;</p>
 <p>Was mich dabei am meisten bewegt hat, ist für Sie alle offensichtlich: Vor Russlands Angriffskrieg waren diese Männer keine Soldaten.&nbsp;</p>
 <p>Einer war Student. Einer Hausarzt. Einer Sozialarbeiter. Einer Historiker und einer Theaterregisseur.&nbsp;
  <br>
  Nicht sie haben sich diesen Krieg ausgesucht, sondern der Kreml. Dennoch haben sie sich dazu entschieden, ihr Land, ihre Liebsten und ihre Lebensweise zu verteidigen.</p>
 <p>Wenn die Alternative klar ist, gibt es keine andere Wahl.
  <br>
  Sollte Russland die Ukraine ihrer Freiheit, ihrer staatlichen Souveränität und ihrer europäischen Zukunft berauben, würde dies eine besorgniserregende Botschaft an Autokraten auf der ganzen Welt senden: Es gilt das Recht des Stärkeren.</p>
 <p>Die Flagge in meinem Büro steht daher auch für unsere Solidarität: Wir stehen an der Seite der Ukraine – bei der Verteidigung unserer gemeinsamen Werte und im Kampf gegen die Gewaltherrschaft.</p>
 <p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
 <p>an dieser Stelle möchte ich etwas Persönliches sagen.
  <br>
  Heute spreche ich nicht nur als deutscher Außenminister zu Ihnen, sondern auch als Soldat und Reserveoffizier. Ich habe als Zeitsoldat in der Bundeswehr gedient und bin nun Oberstleutnant der Reserve.</p>
 <p>Ich weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, Verantwortung für andere zu tragen und sich auf seine Kameraden zu verlassen.</p>
 <p>Ich weiß aber auch, dass sich meine Erfahrungen nicht mit Ihren vergleichen lassen.
  <br>
  Sie haben in einem realen und brutalen Krieg gekämpft. Sie haben außerordentlichen Mut gezeigt. Sie haben unglaubliche Widerstandsfähigkeit bewiesen und unter schwierigsten Bedingungen Verantwortung übernommen. Sie sind ein zentraler Bestandteil der ukrainischen Gesellschaft.&nbsp;</p>
 <p>Viele von Ihnen sind von den Narben dieses Kriegs gezeichnet.&nbsp;</p>
 <p>Und für Soldatinnen und Soldaten enden die Folgen eines Krieges nicht mit dem Ende der Kampfhandlungen.&nbsp;</p>
 <p>Nach dem Einsatz heimzukehren, sich an das zivile Leben anzupassen und berufliche Karrieren und persönliche Beziehungen wiederaufzubauen sind ganz eigene, große Herausforderungen.&nbsp;</p>
 <p>Für mich und für mein Land ist klar, dass wir Sie unterstützen werden.</p>
 <p>Dabei ist es einerseits wichtig, dass ukrainische Strukturen bei der Bereitstellung umfassender Unterstützung für Veteraninnen und Veteranen im Zentrum stehen. Die Unterstützung muss die ganze Bandbreite an Bedürfnissen der Veteraninnen und Veteranen abdecken und von den eigenen Strukturen und Institutionen der Ukraine getragen werden.</p>
 <p>Genauso wichtig ist aber auch die Abstimmung mit den vielen anderen Akteuren und Organisationen, die Hilfe für Veteraninnen und Veteranen leisten. Es gibt viele ausgezeichnete Initiativen, darunter auch mit deutscher Hilfe errichtete Veteranenzentren, und zahlreiche engagierte Organisationen. Diese Bemühungen müssen wir bündeln und effektiv koordinieren, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen.&nbsp;</p>
 <p>Ich kann Ihnen versichern, dass Deutschland dieser Sache verpflichtet bleibt. Und unsere Zusage ist konkret: Wir werden zusätzlich drei Millionen Euro zur Unterstützung der Veteraninnen und Veteranen bereitstellen.</p>
 <p>Denn die Veteraninnen und Veteranen und der Dienst, den sie leisten, verdienen unseren größten Respekt!&nbsp;</p>
 <p>Wir unterstützen nachdrücklich einen umfassenden Ansatz, der gewährleistet, dass den Bedürfnissen der Veteraninnen und Veteranen im Rahmen des bestehenden Sozialsystems der Ukraine Rechnung getragen wird.&nbsp;</p>
 <p>Das bedeutet, sicherzustellen, dass Veteraninnen und Veteranen die Fürsorge erhalten, die sie brauchen, und dass sie ins zivile Leben zurückkehren, ihre Fähigkeiten ins Arbeitsleben einbringen und ihr Land stärken können.</p>
 <p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
 <p>Sie und alle Veteraninnen und Veteranen sollten ein zentraler Bestandteil der gesellschaftlichen Strukturen sein und sich nicht außerhalb dieser Strukturen befinden.</p>
 <p>Sie sind extrem wertvoll für die Ukraine.&nbsp;</p>
 <p>Wir müssen sicherstellen, dass die Ukraine aus diesem Potenzial schöpfen kann.</p>
 <p>In der Zeit nach dem Krieg werden die Veteraninnen und Veteranen in der Ukraine gebraucht werden: als Teil der Arbeitskräfte, die das Land wiederaufbauen, als Teil der militärischen Reserve und als Säulen der demokratischen Resilienz.</p>
 <p>Daher lauten die Fragen, die wir uns als Deutsche und Europäer selbst stellen müssen:&nbsp;</p>
 <p>Wie können wir die Ukraine dabei unterstützen, dieses Potenzial bestmöglich zu nutzen?&nbsp;</p>
 <p>Wie können wir Veteraninnen und Veteranen dabei helfen, ins zivile Leben zurückzukehren, und dabei gleichzeitig gewährleisten, dass ihre Erfahrungen, ihre Fähigkeiten und ihr Engagement wertvoll für ihr Land bleiben?</p>
 <p>Ich bin überzeugt, dass unser gemeinsames Ziel nicht nur darin bestehen muss, Sie nach Beendigung ihres Dienstes zu unterstützen, sondern Ihnen auch die Möglichkeit zu geben, die Zukunft der Ukraine gestalten.</p>
 <p>Sie haben die Ukraine mit großem Mut verteidigt.
  <br>
  Sie sollten nun jede erdenkliche Chance bekommen, beim Aufbau der Ukraine mitzuhelfen, für die sie gekämpft haben.</p>
 <p>Vielen Dank!&nbsp;</p>
 <p>Slawa Ukrajini!</p>
</div>]]></description><pubDate>Mon, 24 Aug 2026 10:31:02 +0200</pubDate><guid>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2799310-2799310</guid></item><item><title>Außenminister Wadephul bei seiner Ankunft in Kyjiw</title><link>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2799136-2799136</link><description><![CDATA[<div>
 <p>Bei seiner Ankunft in Kyjiw erklärte Außenminister Wadephul heute (22. August 2026):</p>
 <blockquote>
  <p><span>In den Tagen des 35. Unabhängigkeitstags der Ukraine ist es mir ein persönliches Anliegen, mir selbst ein Bild vor Ort zu machen und mit möglichst vielen Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen zu sprechen. Darüber, wie Deutschland als wichtigster Partner in Europa gezielt unterstützen kann. Im täglichen Kampf um den Frieden und in Vorbereitung auf den nächsten Winter. Denn neben wahllosem Mord an Zivilisten greift Russland gezielt die Energieinfrastruktur der Ukraine an, um die Lebensgrundlagen zu zerstören und damit den Durchhaltewillen der Menschen zu brechen.&nbsp;</span></p>
  <p><span>Die Ferienwochen im Juli und August, für Menschen überall in Europa die schönste Zeit des Jahres, waren für die ukrainische Zivilbevölkerung die tödlichsten seit mehr als vier Jahren. Nie vorher feuerte Russland mehr Raketen auf sein Nachbarland ab. Jeden Tag werden Frauen, Männer und Kinder von Russland der Zukunft beraubt, auf die das ganze Land hofft und nach der das ganze Land strebt. Einer Zukunft in Frieden, einer Zukunft endlich ohne Angst um Freunde und Familie, ohne Angst vor dem, was die nächste Nacht bringt.&nbsp;&nbsp;</span></p>
  <p><span>Die täglichen Bilder der Zerstörung dürfen niemanden kalt lassen und können gleichzeitig doch nicht die ganze Geschichte der betroffenen Menschen in der Ukraine erzählen. Denn trotz unfassbarer Umstände verlieren die Ukrainerinnen und Ukrainer das Ziel eines „Danach“ nie aus den Augen, machen auf beeindruckende Weise weiter, kämpfen für Sicherheit und Freiheit – in und auch für Europa. Junge Menschen besuchen Universitäten, lernen buchstäblich im Untergrund. Helferinnen und Helfer bauen immer wieder auf, mitten in der Zerstörung, mitten im Krieg.</span></p>
  <p><span>Dass die Ukraine mit internationaler Unterstützung den längeren Atem hat und dass eine Fortführung des Krieges Russland nur weiter in den wirtschaftlichen Ruin führt, wird immer mehr Menschen in Russland klar. Die immer wirrere Propaganda und immer totalitärere Unterdrückung im Inneren ist auch ein Zeichen der Schwäche des Regimes. Der einzige Ausweg ist Frieden – dass Putin dies endlich akzeptiert und endlich aufhört, auch die Jugend seines eigenen Landes in den tausendfachen Tod zu schicken, ist das Ziel all unserer Maßnahmen.&nbsp;</span></p>
  <p><span>Gleichzeitig lernen wir von der Ukraine. Es gibt kaum ein anderes Land, in dem derart viel Initiative und Innovation jeden Tag gelebt wird. Bei meinem Besuch wird es deshalb auch um unsere technische und wirtschaftliche Zusammenarbeit gehen, etwa bei der gemeinsamen Entwicklung von Drohnensystemen. Und darum, wie wir unsere neue strategische Partnerschaft auf allen Ebenen weiter vertiefen können.</span></p>
 </blockquote>
</div>]]></description><pubDate>Sat, 22 Aug 2026 07:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2799136-2799136</guid></item><item><title>Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit MdB Thomas Rachel zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung</title><link>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2799046-2799046</link><description><![CDATA[<div>
 <p>Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung erklärte MdB Thomas Rachel, Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, heute (22.08.2026):</p>
 <blockquote>
  <p>Alle Menschen auf der ganzen Welt haben ein unteilbares Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Dies wird ihnen nach dem Völkerrecht garantiert. In Deutschland ist dieses Recht zudem auch im Grundgesetz verankert. Dennoch haben wir in allen Weltregionen immer wieder Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder Weltanschauung zu beklagen.&nbsp;</p>
  <p>Die besorgniserregende Zahl solcher Gewalttaten in der Welt hat nicht zuletzt auch mit der global wachsenden Anzahl gewaltsamer Konflikte und der steigenden politischen Instabilität zu tun. Oft sind es nichtstaatliche Akteure oder Terrororganisationen, die Gewalttaten gegen religiöse oder weltanschauliche Minderheiten verüben, um dadurch ihre eigenen Interessen zu befördern. Aber auch Machenschaften <span>autoritärer Regime sowie populistische Hetze und Desinformation führen weltweit immer wieder zu Gewalt gegen Andersgläubige oder Menschen, die keiner bestimmten Religion angehören wollen.&nbsp;</span></p>
  <p>Heute zum Internationalen Tag gedenken wir in tiefer Betroffenheit gemeinsam der Opfer solcher Gewalttaten. Als Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit hatte ich in Deutschland und auf internationalen Reisen die Gelegenheit, unmittelbar mit Betroffenen von Gewaltanwendungen sowie den Angehörigen zu sprechen. Meine Entschlossenheit möchte ich ausdrücklich bekräftigen, weiterhin kompromisslos für das universelle und unteilbare Menschenrecht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit einzutreten.&nbsp;</p>
  <p>Lassen Sie uns in der Verteidigung dieses Rechts solidarisch zusammenstehen und auch diejenigen aktiv schützen, die ihre Religion verlassen oder wechseln wollen, oder auch nur bestimmte Glaubensvorschriften anzweifeln und deswegen zur Zielscheibe von Diskriminierung, Hassrede oder gar physischer Gewalt werden.</p>
 </blockquote>
</div>]]></description><pubDate>Sat, 22 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2799046-2799046</guid></item><item><title>Gemeinsame Erklärung der Sprecherinnen der Außenministerien Deutschlands und Frankreichs zum Urteil gegen Chow Hang-tung, Preisträgerin des Deutsch-Französischen Menschenrechtspreises 2023</title><link>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/gemeinsame-deutsch-franzoesische-erklaerung-zum-urteil-gegen-chow-hang-tung-preistraegerin-des-deutsch-franzoesischen-menschenrechtspreises-2023-2799028</link><description><![CDATA[<div>
 <p>&nbsp;</p>
 <blockquote>
  <p>Deutschland und Frankreich bedauern zutiefst den Schuldspruch gegen die Menschenrechtsanwältin und Demokratie-Aktivistin Chow Hang-tung. Gemeinsam mit anderen Aktivistinnen und Aktivisten der Hong Kong Alliance in Support of Patriotic Democratic Movements of China hat sich Chow Hang-tung unermüdlich zur Förderung der Menschenrechte und der Demokratie in China und insbesondere in der Sonderverwaltungsregion Hongkong eingesetzt. Das friedliche Eintreten für die Menschenrechte stellt keine Straftat dar.</p>
  <p>Wir fordern ihre unverzügliche Freilassung und rufen die Behörden in Peking und Hongkong nachdrücklich dazu auf, alle bürgerlichen Rechte und Freiheiten zu achten.</p>
  <p>Chow Hang-tung, einer hoch angesehenen Anwältin, wurde in Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste um die Förderung der Menschenrechte, einschließlich des friedlichen Erinnerns an die Niederschlagung der Demokratie-Bewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989, im Jahr 2023 der Deutsch-Französische Preis für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit verliehen.</p>
 </blockquote>
</div>]]></description><pubDate>Fri, 21 Aug 2026 17:30:00 +0200</pubDate><guid>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/gemeinsame-deutsch-franzoesische-erklaerung-zum-urteil-gegen-chow-hang-tung-preistraegerin-des-deutsch-franzoesischen-menschenrechtspreises-2023-2799028</guid></item><item><title>Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe zum Welttag der humanitären Hilfe</title><link>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2798906-2798906</link><description><![CDATA[<div>
 <p><span>Zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August erklärt Dr. Lars Castellucci, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe:</span></p>
 <blockquote>
  <p><span>Humanitäre Helferinnen und Helfer retten jeden Tag Leben. Wo Menschen unter Krieg, Hunger oder Naturkatastrophen leiden, stehen sie ihnen bei und riskieren dabei immer häufiger ihr eigenes Leben. Die meisten der 350 humanitären Helferinnen und Helfer, die 2025 getötet wurden, waren lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind die Ersten vor Ort, tragen die Hauptlast der humanitären Arbeit und das größte Risiko. Ihnen gilt heute mein besonderer Dank.</span></p>
  <p><span>Weltweit sind 239 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, gleichzeitig fehlen Milliarden, um auch nur die dringendsten Bedarfe zu decken. Weitere Kürzungen in diesem Bereich wären falsch. Humanitäre Hilfe ist kein Luxus. Sie rettet Leben und sie ist eine menschliche Verpflichtung. Deshalb bleibt Deutschland ein verlässlicher Partner der humanitären Hilfe. Dafür stellen wir in diesem Jahr mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung.</span></p>
  <p><span>Doch Geld allein reicht nicht. Humanitäre Helferinnen und Helfer müssen die Menschen in Not auch erreichen können. In immer mehr Konflikten wird das humanitäre Völkerrecht missachtet und werden Zivilisten sowie zivile Infrastruktur angegriffen. Auch Helferinnen und Helfer selbst werden zu Opfern. Wer Menschen hilft, darf nicht zur Zielscheibe werden.</span></p>
  <p><span>Humanitäre Hilfe macht einen Unterschied. Sie ermöglicht Menschen, in ihrer Heimat zu bleiben, sie verhindert, dass Krisen weiter eskalieren, und sie trägt zu einer stabileren Welt bei. Das liegt auch in unserem Interesse. Es ist und bleibt richtig, Menschen in größter Not zu helfen.</span></p>
 </blockquote>
</div>]]></description><pubDate>Wed, 19 Aug 2026 12:53:07 +0200</pubDate><guid>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2798906-2798906</guid></item><item><title>Rede von Außenminister Johann Wadephul im Rahmen der Schweizer Botschafterkonferenz in Bern</title><link>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2798968-2798968</link><description><![CDATA[<div>
 <p>Guten Tag und „Moin“!</p>
 <p>Das sagt man im Norden Deutschlands und ich versuche, es ähnlich populär zu machen wie das „Grüezi“.&nbsp;</p>
 <p>Es gelingt mir noch nicht ganz und ich hoffe, dass mein jetziges Amt mir dabei hilft, das auch international mehr umzusetzen.&nbsp;</p>
 <p>Vielen herzlichen Dank für die sehr freundliche Einladung.&nbsp;</p>
 <p>Als Herr Bundesrat Cassis und ich uns das letzte Mal trafen, war das in Berlin, Anfang Juni. Da haben wir mit einer gewissen Anspannung, ich jedenfalls – Dir hat lieber Ignazio, hat man das natürlich nicht angemerkt, da haben wir auf die Schweizer Innenpolitik geblickt.&nbsp;</p>
 <p>Die 10-Millionen-Initiative ist ja nun, wie es sich für die Schweiz gehört, entschieden worden. Und ehrlich gesagt glaube ich, viele in Deutschland atmen ein bisschen auf.&nbsp;</p>
 <p>Denn, das ist ja schon angesprochen worden: die Schweiz ist für die Deutschen mehr als nur eine schöne Bergkulisse: Sie ist für viele eine zweite Heimat geworden. Der Austausch zwischen unseren Ländern ist eng und intensiv.&nbsp;</p>
 <p>Das hätte sicherlich mit dem Erfolg der Initiative ein bisschen anders ausgesehen. Das hätte uns nie entzweit, dafür sind wir viel zu eng verflochten miteinander. Aber es hätte den Charakter unserer Beziehungen als Nachbarländer verändert.&nbsp;</p>
 <p>Und so bin ich sehr dankbar, dass die Schweizer Bürgerinnen und Bürger das anscheinend auch so gesehen haben.&nbsp;</p>
 <p>Aber was ich sagen möchte: Der Kernsatz, den Du, lieber Ignazio, hier wiederholt hast, ist auch der, der hier direkt auf der zweiten Seite meiner Rede steht:&nbsp;</p>
 <p>Innenpolitik ist Außenpolitik und Außenpolitik ist Innenpolitik.&nbsp;</p>
 <p>Das ist einfach richtig.&nbsp;</p>
 <p>Das gilt für Deutschland und das gilt für fast alle Länder der Welt.&nbsp;</p>
 <p>Die Verknüpfung zwischen Innen- und Außenpolitik wird immer enger und darauf müssen wir auch als Außenpolitiker miteinander reagieren. Sie wird nämlich sehr viel deutlicher in diesen Zeiten der Anspannung, der Krise. Und an Krisen mangelt es ja nicht. Wir spüren ihre Auswirkungen ganz konkret tagtäglich in unserem Leben.</p>
 <p>Es ist aber gar nicht so einfach, die Verbindung herzustellen zwischen den Bildern einer fernen Krise und den Auswirkungen in unserem Alltag. Die Wirkzusammenhänge sind komplex. Dabei aber rasend schnell geworden, wie das sicherlich vor einigen Jahrzehnten noch nicht der Fall gewesen ist.&nbsp;</p>
 <p>Ich habe neulich mal gesagt: „Raketen, die wir nicht sehen, verändern den Sprit, den wir tanken“.</p>
 <p>Das gilt ja nicht nur für den Preis, sondern für die Substanz des Treibstoffs. Wussten Sie eigentlich, dass die Europäische Union im zurückliegenden Juni 25% ihres Kerosinbedarfs mit Angeboten aus Nigeria deckte? Als Ersatz für denjenigen Treibstoff, der wir normalerweise aus anderen Regionen, insbesondere aus der Golfregion, bezogen hätten. Das zeigt die Notwendigkeit unserer Diversifizierung. Ich glaube, das müssen wir in jeder Hinsicht. Was die wirtschaftlichen Abhängigkeiten angeht, was die Vulnerabilitäten angeht. Definitiv, was Märkte angeht, aber auch, was Bezugsquellen angeht.&nbsp;</p>
 <p>Diversifizieren ist eine der Konsequenzen, die wir gezogen haben. Dass wir verletzlicher sind, dass wir vulnerabler sind, das ist ein offenes Geheimnis.&nbsp;</p>
 <p>Es hätte dafür COVID-19 nicht gebraucht, die „EVERGIVEN“ im Suezkanal, der andauernde russische Völkerrechtsbruch in der Ukraine, die Disruptionen in der Handelspolitik, Auswirkungen von Extremwetterereignissen auf Transportwege und Lieferketten.</p>
 <p>Seit mehreren Jahren ist unsere Weltwirtschaft, die als globales Netzwerk hochsensibel auf Veränderungen reagiert, permanenten Erschütterungen ausgesetzt.</p>
 <p>Wir reagieren durch Diversifizierung unserer Wirtschaftsbeziehungen.&nbsp;</p>
 <p>Sie haben erlebt, dass die Europäische Union Freihandelsabkommen mit anderen Regionen in einer Geschwindigkeit abgeschlossen hat, die es vorher nicht gegeben hat. Mercosur ist ein Beispiel. Indien ein anderes.&nbsp;</p>
 <p>Neue Bezugsquellen, neue Absatzmärkte und dadurch höhere wirtschaftliche Resilienz, das sind einige der Wege, die wir gehen.&nbsp;</p>
 <p>Auf der anderen Seite konsolidieren wir das, was wir an verlässlichen Partnerschaften haben.&nbsp;</p>
 <p>Festigungen unserer Partnerschaften weltweit. Das gilt für unsere bilateralen Verhältnisse. Deswegen bin ich hier in der Schweiz. Das gilt natürlich auch für die Bündnisse, ich werde gleich etwas dazu sagen.&nbsp;</p>
 <p>Das ist unsere Politik.&nbsp;</p>
 <p>Unsere Außenpolitik hat zunächst den Anspruch, in der Welt nach Lösungen für unsere eigenen, inneren Herausforderungen zu suchen.&nbsp;</p>
 <p>Die sind nämlich enorm: Die Wirtschaftslage ist angespannt, der technologische Fortschritt transformiert die Verfasstheit unseres Staates sehenden Auges, der Klimawandel verändert die Art und Weise, wie wir leben und die nicht immer einfache Energiewende strapaziert sowohl ihre Befürworter als auch ihre Gegner.&nbsp;</p>
 <p>Was das bedeutet, das sehen wir überall – auch in Europa.&nbsp;</p>
 <p>Das alles fordert Innovation und Zusammenarbeit. Und die Bereitschaft, auch von anderen zu lernen.</p>
 <p>In so einer Lage durch die Welt zu reisen und dann noch die Menschen belehren zu wollen, das schien mir dann doch etwas aus der Zeit gefallen zu sein.&nbsp;</p>
 <p>Deswegen versuche ich nicht, alle Auslandsreisen mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einer Wirtschaftsdelegation durchzuführen.&nbsp;</p>
 <p>Die sich dann vor Ort mit Politikern und Unternehmern vernetzt und neue Kooperationen anbahnt. Davon profitieren die Unternehmen, die Wirtschaft und am Ende die Menschen in den jeweiligen Ländern.&nbsp;</p>
 <p>Kooperationsmöglichkeiten finden sich nämlich fast überall, wenn wir bereit sind, pragmatisch und mit Respekt auf die Partner zuzugehen.</p>
 <p>Gerade erst war ich zu Gast in Mauretanien, Nigeria und Südafrika. Länder, mit denen wir bestimmt nicht immer sofort einer Meinung sind, beispielsweise mit Blick auf die deutsche Israel-Politik.&nbsp;</p>
 <p>Aber gerade in Südafrika, das sehr selbstbewusst auch auf der multilateralen Bühne agiert, standen unsere gemeinsamen Herausforderungen im Vordergrund, und die Aspekte in unserer internationalen Politik, die uns vereinen.</p>
 <p>Ebenso wie unsere beiden Länder sieht Südafrika das Völkerrecht nämlich nicht als eine freundliche Empfehlung der Vergangenheit, sondern als Richtschnur für internationale Politik.</p>
 <p>Dem kann ich nur zustimmen. Und das möchte ich auch gerade in diesen Stunden sagen, wo ein wichtiger Gerichtshof auf internationaler Bühne sich Kritik und auch Angriffen gegenübersieht. Ich möchte jedenfalls für die Bundesregierung klären, dass wir hinter dem internationalen Strafgerichtshof und allen Richterinnen und Richtern stehen und fest davon überzeugt sind, dass sie eine wertvolle Arbeit machen, um für mehr Frieden und mehr Gerechtigkeit in unserer Welt zu sorgen.&nbsp;</p>
 <p>Ich muss auch die wirtschaftlichen Interessen oder die unseres Bündnissystems einbeziehen in meine außenpolitische Betrachtung.&nbsp;</p>
 <p>Dafür bauen wir neue Partnerschaften weltweit auf. Wir festigen Bündnisse, die unsere Freiheit, unsere Sicherheit und unseren Wohlstand in Deutschland und Europa sichern: Das sind klassischerweise die NATO und insbesondere die Europäische Union.&nbsp;</p>
 <p>Ich versuche daher, in der Welt nicht nur als deutscher, sondern auch als einer der EU-Außenminister aufzutreten. Viele Länder und Regionen, ich denke da an die schon erwähnten Mercosur Staaten und Indien, aber ich könnte auch Australien hinzufügen, suchen Zugang zum EU-Binnenmarkt. Dadurch gewinnen wir unsererseits Zugang zu interessanten Märkten und Rohstoffquellen. Zugleich macht es uns in der Zollpolitik unabhängiger, weil es uns die Möglichkeit gibt, zusammen wirkungsvoll zu reagieren.&nbsp;</p>
 <p>Also: Deutsche Außenpolitik ist auf, ich nannte es vorhin: Konsolidierung, vielleicht jetzt noch etwas klarer: Sie ist auf die Festigung und die Stärkung der Europäischen Union gerichtet.</p>
 <p>Mir ist dabei bewusst, dass das Schweizer Verhältnis zur durchaus EU zwiegespalten ist. Viele möchten in Brüssel den Bürokratiemoloch sehen – einige bei uns ja auch -, dessen Kommissare mit Klemmbrett und Maßband den Alltag der Bürgerinnen und Bürger verregulieren. Und ich gebe zu: Manche Politikfelder wurden in guter theoretischer Absicht in der Praxis stark verkompliziert.</p>
 <p>Aber sehen wir nicht gerade in den aktuellen unruhigen Zeiten den Mehrwert, den ein Bündnis vieler Staaten ausmacht?&nbsp;</p>
 <p>Der gemeinsame Binnenmarkt ist ein Wachstums- und Innovationstreiber. Die EU kann als Sprachrohr Vieler, durch die gebündelte Marktmacht mit den USA, anders verhandeln als Einzelne. Sie wird den Auswirkungen aggressiver chinesischer Wirtschaftspolitik die Stirn bieten.</p>
 <p>Und sie hält fest zusammen gegenüber einem imperialistischen Russland.</p>
 <p>Ich glaube, hier sind wir in unseren Interessen auch mit der Schweiz vereint und ich werbe ganz offen und voller Überzeugung dafür, dass wir weiter auf eine enge Partnerschaft setzen.</p>
 <p>Meine Überzeugung ist, dass unser Zusammenhalt in Europa über den Kreis der EU-Mitgliedsstaaten hinausgeht. Davon profitiert auch die Schweiz. Gemeinsam können wir die gesamteuropäische Wettbewerbsfähigkeit stärken.&nbsp;</p>
 <p>Deutschland steht bereit, um mit der Schweiz an unseren gemeinsamen europäischen Interessen zu arbeiten. Deutschlands Hand ist dafür immer ausgestreckt, und meine Tür steht Ihnen immer offen!&nbsp;</p>
 <p>Ein anderes Thema ist unsere Sicherheit. Da setzen wir selbstverständlich auf die NATO.</p>
 <p>Die wir ja massiv stärken. Sie haben das verfolgt. Das 5%-Ziel werden wir noch deutlich vor der Zeit erreichen. Deutschland hat hier lange gezögert, wir sind zurück, wir sind jetzt Frontrunner dabei, die Verteidigungsfähigkeit für das Land und das Bündnis zu erreichen.&nbsp;</p>
 <p>Zudem haben wir auf dem Gipfel in Ankara – die europäischen NATO-Alliierten und Kanada – uns geeinigt, gemeinsam die Ukraine mit militärischer Unterstützung im Umfang von mindestens 70 Milliarden Euro jeweils in diesem und im nächsten Jahr zu unterstützen.&nbsp;</p>
 <p>Wir wissen, dass wir der Ukraine Unterstützung schon aus Gründen der Selbstachtung schulden, weil wir das Völkerrecht verteidigen. Aber auch, weil wir wissen, was ein „Obsiegen“ Russlands politisch und wirtschaftlich für den ganzen Kontinent bedeuten würde.&nbsp;</p>
 <p>Deshalb appelliere ich überall in Europa für eine klare Haltung, eine Haltung an der Seite der Ukraine, natürlich auch hier in der Schweiz.</p>
 <p>In der Sicherheit setzen wir aber natürlich auch auf die transatlantische Solidarität. Die wird von so manchem internationalen Beobachter gerne schlechtgeschrieben, und ja, einige Äußerungen aus Washington führen auch in Berlin zu Stirnrunzeln.</p>
 <p>Ich sage aber in aller Deutlichkeit, und nach dem Gipfel in Ankara:&nbsp;</p>
 <p>Wir haben keinen Grund, an der Verlässlichkeit unserer amerikanischen Bündnispartner zu zweifeln. Wichtig ist dafür vor allem, dass wir in Europa die Verantwortung für die Sicherheit auf unserem Kontinent stärker übernehmen.</p>
 <p>Ich las dazu auf dem Hinflug einen interessanten Artikel, weil Sicherheit ja nicht nur auf klassische militärische Sicherheit zu reduzieren ist. Dieser Artikel von einem Schweizer Journalisten von Anfang Mai trug die Überschrift: „Die Alpen sind Europas Straße von Hormuz“.&nbsp;</p>
 <p>In seinem Artikel beschreibt er die strategische Rolle der Alpenländer und insbesondere der Schweiz im europäischen Sicherheitsgefüge.&nbsp;</p>
 <p>Wir schauen ja in unseren Analysen und Assessments gerne auf die Frontlinien in der Ukraine oder die Bedrohungslage entlang der NATO-Ostflanke.</p>
 <p>Wirklich vulnerabel sind wir aber dort, wo die grundlegende Versorgung unserer Bevölkerung in Frage gestellt wird.&nbsp;</p>
 <p>Wo Russland und andere feindlich gesinnte Akteure hybrid gegen unsere Interessen vorgehen.&nbsp;</p>
 <p>Hier im Alpenraum verlaufen strategische Versorgungsrouten im Bereich der Energie, des Verkehrs, der Daten. Und ganz basal: des Wassers, wenn ich nur auf den Rhein schaue.&nbsp;</p>
 <p>Die Sicherheit der Schweiz ist deshalb von herausragender Bedeutung für die umliegenden Länder.&nbsp;</p>
 <p>Erweitern wir das klassische Sicherheitsverständnis, dann zeigt sich, dass die Schweiz trotz der geografischen Vorteile genauso vulnerabel ist, wie jeder andere Frontstaat.</p>
 <p>Der Cyberangriff auf Liechtenstein vor wenigen Wochen hat gezeigt, dass auch ein Staat, der neutral und bündnisfrei agiert, Ziel eines Angriffs werden kann.&nbsp;</p>
 <p>Auch die Schweiz musste diese Erfahrungen jüngst machen, wenn auch in einem ganz anderen, kleineren Maßstab.&nbsp;</p>
 <p>Ich ziehe für mich daraus den Schluss, dass Neutralität alleine kein Garant für ein unbehelligtes Dasein ist. Sie kann Wehrhaftigkeit nicht ersetzen. Aber wem sage ich das.&nbsp;</p>
 <p>Die aktuelle Debatte dazu in der Schweiz verfolgen wir natürlich mit besonderem Interesse, und für mich ist es bemerkenswert zu sehen, in welcher Qualität diese Debatte geführt wird.</p>
 <p>Ich habe mir die Argumente beider Seiten genau angesehen. Denn auch der Ausgang dieses inneren Schweizer Disputs wird Auswirkungen haben auf den Charakter unserer Beziehung zueinander.&nbsp;</p>
 <p>„Sag, wie hältst du es mit der Neutralität?“, so könnte dieser Tage die Gretchenfrage der Schweizerinnen und Schweizer lauten.&nbsp;</p>
 <p>Ich persönlich stehe der weltoffenen Schweiz als festen Teil Europas und ihrem Wesen der Neutralität mit größtem Respekt gegenüber. Ich glaube, das gilt für praktisch alle Deutschen.&nbsp;</p>
 <p>Und wir dürfen nicht außer Acht lassen, und ich weiß das, wir wissen das, dass die Schweizer Neutralität uns in der Welt der Diplomatie immer wieder große Dienste erwiesen hat und weiterhin wird. Weil sie flexibel und pragmatisch gelebt, und in großer Transparenz und Aufrichtigkeit diskutiert und erklärt wurde. Die Schweizer Neutralität wurde oft zum Wohle der internationalen Gemeinschaft eingesetzt.</p>
 <p>Die Frage der Neutralität ist in meinen Augen auch eine Frage der politischen Glaubwürdigkeit. Vor den eigenen Bürgerinnen und Bürgern, aber auch vor den Partnern, Freunden und Nachbarn im Ausland. Ich glaube, Neutralität sollte nicht aus einer Schwäche und Angst heraus argumentieren und sich aus Kriegsbeschwörungen ableiten. Das tun sie auch nicht.&nbsp;</p>
 <p>Am Ende muss sie die Frage beantworten, wie sie die Verantwortung für die wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen übernehmen möchte, die ihr Überleben sichern.</p>
 <p>Bei aller Freundschaft, Vertrautheit und Kooperation zwischen unseren Ländern müssen wir eben anerkennen, dass wir in einem geopolitischen Umfeld agieren, das rauer und feindseliger geworden ist.&nbsp;</p>
 <p>Ich bin davon überzeugt, dass wir noch enger zusammenstehen sollten.<span>&nbsp;</span></p>
 <p>Meine sehr veehrten Damen und Herren, Exzellenzen,&nbsp;</p>
 <p>ich möchte mich noch einmal herzlich für die freundliche Einladung bedanken!</p>
 <p>Es gibt noch viele Themen, die unsere beiden Länder bewegen, und die wir beide, lieber Ignazio, noch weiter diskutieren werden.&nbsp;</p>
 <p>Ich freue mich, diese Diskussion jetzt mit Ihnen allen fortzusetzen und bedanke mich sehr herzlich für Ihre Aufmerksamkeit.&nbsp;</p>
</div>]]></description><pubDate>Wed, 19 Aug 2026 08:14:00 +0200</pubDate><guid>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2798968-2798968</guid></item><item><title>Bundesaußenminister Johann Wadephul zum Welttag der humanitären Hilfe</title><link>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/welttaghumanitaerehilfe-2798856</link><description><![CDATA[<div>
 <p>Zum Welttag der humanitären Hilfe sagte Bundesaußenminister Wadephul (19.08.2026):</p>
 <blockquote>
  <p>Humanitäre Helferinnen und Helfer stehen dort an der Seite der Menschen, wo Not und Verzweiflung am größten sind. Sie leisten Hilfe unter schwierigsten Bedingungen – inmitten von Kriegen, Vertreibung und Naturkatastrophen. Für ihren aufopfernden Einsatz verdienen sie Respekt, Anerkennung und Schutz. 2025 wurden 350 humanitäre Helferinnen und Helfer getötet, unter ihnen viele lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. Am Welttag der humanitären Hilfe steht ihr Schicksal im Mittelpunkt: humanitäre Helferinnen und Helfer müssen sicheren und ungehinderten Zugang zu Menschen in Not erhalten. Angriffe auf sie sind niemals hinnehmbar, sie verstoßen gegen humanitäres Völkerrecht.</p>
  <p>Die Zahl der Menschen, die auf humanitäre Unterstützung angewiesen ist, bleibt dramatisch hoch. Bei fast 240 Millionen Menschen, deren Leben ohne humanitäre Hilfe in Gefahr wäre, ist Wegsehen keine Option: Familien, die vor Gewalt fliehen müssen; unterernährte Kinder; Menschen, die alles verloren haben. In einer Welt, in der Krisen zunehmen und Konflikte immer brutaler geführt werden, steigt die Not leider stärker als die Mittel zu ihrer Linderung.</p>
  <p>Deutschland bleibt daher ein unerlässlicher Partner der internationalen Hilfsorganisationen – besonders in akuten Notlagen. In Sudan hungern fast 20 Millionen Menschen, es ist die schwerste humanitäre Krise unserer Zeit – dringend benötigte Mittel, um schlimmste Not zu lindern, haben wir international im Rahmen der Berliner Sudankonferenz eingeworben. In der Ukraine leiden Menschen jeden Tag unter dem russischen Angriffskrieg und seinen verheerenden Folgen – hier helfen wir, damit Putins Entvölkerungsstrategie nicht aufgeht. In der Demokratischen Republik Kongo unterstützen wir dabei, den Ebola-Ausbruch einzudämmen. Damit schützen wir die Menschen vor Ort und reduzieren das Risiko für die gesamte Region. Und auch nach Naturkatastrophen wie den schweren Erdbeben in Venezuela zeigt sich: Schnelle und wirksame Hilfe entscheidet oft über Leben und Tod.</p>
  <p>In diesem Jahr hat die Bundesregierung dazu beigetragen, dass über 80 Millionen Menschen in 54 Ländern weltweit mit überlebensnotwendiger Hilfe versorgt werden können. Humanitäre Hilfe lindert dabei nicht nur unmittelbares Leid. Indem sie Perspektiven schafft und Stabilität stärkt, dämmt sie Fluchtursachen ein und kann den Weg zu Frieden und Wiederaufbau ebnen. Humanitäre Hilfe ist deswegen nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit - sie liegt auch im sicherheitspolitischen und im wirtschaftlichen Interesse Deutschlands. Ich werbe deswegen dafür, in diesem Bereich auch in den kommenden Jahren eine ausreichende Finanzierung sicher zu stellen.
   <br>
   &nbsp;</p>
 </blockquote>
</div>]]></description><pubDate>Wed, 19 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/welttaghumanitaerehilfe-2798856</guid></item><updated>Fri, 04 Sep 2026 10:53:04 +0200</updated></channel></rss>